DSL Anschluss kündigen und wechseln

DSL Kündiung im Kalender eingetragen
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Wer seinen DSL Anschluss wechselt, kann viel Geld sparen. Doch viele Menschen scheuen sich vor einem Anbieterwechsel, weil sie befürchten, etwas könne schiefgehen und dann wären sie Wochenlang ohne Internet und Telefon. Tatsächlich gibt es auch solche Fälle. In unserem Ratgeber zum DSL Anbieter Wechsel erfahren Sie, wie Sie Ihren alten Tarif richtig kündigen und problemlos zu einem neuen DSL Anbieter wechseln können.

Kündigungsfristen beim DSL Vertrag beachten

Vor dem Anbieterwechsel muss zuerst die Kündigungsfrist des bestehenden DSL Tarifes überprüft werden. Bis auf ein paar wenige Ausnahmen sind Telekommunikationsverträge langfristig angelegt.

In der Regel beträgt die Mindestvertragslaufzeit 24 Monate und wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird, verlängert sich die Laufzeit um weitere 12 Monate. Die übliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Es ist folglich besonders wichtig, die Kündigungsfrist des aktuellen DSL Anbieters einzuhalten, damit man nicht noch weitere 12 Monate an diesen gebunden ist, bevor ein Wechsel Sinn ergibt. Dabei ist zu beachten, dass man nicht die aktuellen Kündigungsfristen einhält, auch wenn der Tarif immer noch mit der gleichen Bezeichnung angeboten wird.

Fristen im Vertrag gültig

Es kann nämlich durchaus sein, dass der Anbieter seine Vertragsbedingungen mittlerweile verändert hat. Sofern er dies nicht getan hat, weil ein Gericht die Vertragsbedingungen bzw. die festgelegten Fristen für rechtswidrig erklärt hat, gelten nach wie vor die Fristen, die im unterschriebenen Vertrag stehen.

Um die geltenden Kündigungsfristen zu erfahren, muss man im Originalvertrag nachsehen. Ist dieser nicht zur Hand, kann man sich auch telefonisch an die Hotline des Anbieters richten. Zudem haben quasi alle DSL Anbieter ein Kundenportal, in welches man sich kostenlos einloggen kann. In der Regel stehen dort immer auch die Vertragsunterlagen zum Download bereit.

Mit der Kündigung sollte man aber keinesfalls bis zum letzten Tag warten. Man sollte stets einen bis zwei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist kündigen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass das Kündigungsschreiben zu spät ankommt oder auf dem Postweg verloren geht.

Diese Gefahr besteht zwar immer, aber wenn bis zum Stichtag noch mehrere Wochen vergehen können, hat man hinreichend Zeit, auf die Situation zu reagieren.

Übrigens: Ein Umzug ist kein Sonderkündigungsgrund. Wer umzieht kann nur außerordentlich zu einem neuen Anbieter wechseln, wenn die vertraglich vereinbarten Leistungen am neuen Wohnort nicht erbracht werden können. Wer beispielsweise IPTV gebucht hat kann seinen Anbieter wechseln, falls die Nutzung am neuen Anschlussort nicht mehr möglich sein sollte.

Neuen DSL Anbieter finden

Ist die Frage nach der Kündigungsfrist geklärt, steht ein DSL Vergleich an. Idealerweise verwendet man einen DSL Vergleichsrechner im Internet. Dort gibt man nur wenige Daten wie die Adresse des Anschlusses ein und bekommt eine Liste mit allen verfügbaren DSL Tarifen angezeigt. Selbstverständlich kann man die Liste Filtern und sich beispielsweise nur Tarife ab einer bestimmten Bandbreite oder inklusive Fernsehen via IPTV anzeigen lassen.

Darüber hinaus ist es meist problemlos möglich, mehrere interessante DSL Tarife auszuwählen und sich die Tarifdetails nebeneinander anzeigen zu lassen. Auf diese Weise ist es überaus einfach die Tarife zu vergleichen und sich für einen zu entscheiden.

Es ist ratsam, mehrere Vergleichsportale zu nutzen, denn manchmal haben Anbieter Verträge mit einem Vergleichsportal abgeschlossen und bieten ihren Tarif auf diesem Portal zu günstigeren Konditionen an. Da die Tarifinformationen nicht in einer bundesweiten zentralen Datenbank erfasst werden ist es auch möglich, dass je nach Portal nicht alle Tarife an der Wunschadresse verfügbar sind. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein Portalbetreiber nicht rechtzeitig vom Breitbandausbau in einer Region unterrichtet wurde oder noch nicht weiß, dass ein Tarif plötzlich in weiteren Regionen verfügbar ist.

Wer sich besonders für eine bestimmte Technologie interessiert, sollte die Verfügbarkeit am eigenen Standort auf der Homepage des Anbieters überprüfen lassen. Der Anbieter weiß am sichersten, welche Leistungen er an welchem Anschluss erbringen kann. Es ist durchaus möglich, dass ein Vergleichsportal anzeigt, dass bspw. ein Kombi-Kabelanschluss an der genannten Adresse nicht verfügbar ist, obwohl der Anbieter das Gegenteil behauptet. In diesem Fall hat der Anbieter so gut wie immer Recht.

Wichtig: DSL Tarif nicht selbst kündigen

Nach der Entscheidung für einen neuen Anbieter steht der eigentliche Anbieterwechsel an. Dieser besteht logischerweise aus der Kündigung des bestehenden Tarifes und der Buchung des neuen Tarifes. Es wird dringend davon abgeraten, die Kündigung selbst durchzuführen. Der Großteil aller Berichte über Probleme beim Anbieterwechsel ist auf Fehler bei der Kündigung des Altvertrages zurückzuführen.

Bereits erwähnt wurde das mögliche Problem, dass die Kündigung zu spät eintrifft oder verloren geht. Ein weiteres Ärgernis ist der Bereich Rufnummermitnahme. Wenn es bei der Kündigung irgendwelche Probleme gibt, ist es wahrscheinlich, dass die bisherige Telefonnummer verloren geht, man also nicht beim neuen Anbieter unter der alten Rufnummer erreichbar ist. Außerdem kann es auch dazu führen, dass es tatsächlich eine Zeit ohne Internet und Telefon entsteht.

Dem neuen Anbieter die Kündigung überlassen

Jeder DSL Anbieter in Deutschland bietet einen Kündigungsservice, der üblicherweise auch kostenfrei angeboten wird. In diesem Fall übernimmt der neue Anbieter die Kündigung des Altvertrages. Aufgrund der direkten Kommunikation zwischen den beiden Anbietern kommt es nur in seltenen Ausnahmefällen zu Problemen beim Anbieterwechsel.

Damit der neue Anbieter auch den richtigen Anschluss kündigt, muss man im Wechselformular bestimmte Daten angeben, anhand derer der Anschluss eindeutig identifiziert werden kann. Meist genügt der Name des Anbieters und die erste Telefonnummer des Anschlusses. Manche Anbieter benötigen aber auch mehr Daten wie die Kunden- oder Vertragsnummer des Altvertrages.
DSL Anschluss wird gekappt
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Aber auch hier kann es zu Problemen kommen. Um die Fehlerwahrscheinlichkeit zu minimieren, sollte das Formular äußerst gewissenhaft ausgefüllt werden. Mögliche Schreibfehler, bspw. bei der alten Adresse, sollten übernommen werden, damit die Daten auch absolut identisch sind. Manchmal ist das nicht möglich, da die Verfügbarkeitsprüfung des neuen Anbieters eine falsch geschriebene Adresse nicht findet. In diesem Fall sollte man seine Kundendaten vor dem Wechsel überprüfen und etwaige Fehler korrigieren.

Der Anbieterwechsel mit Rufnummerübernahme kann üblicherweise online beantragt werden, wird aber erst mit einer physischen Vertragsunterschrift gültig. Den fertigen Antrag kann man in der Regel einfach als PDF-Datei herunterladen. Die Datei wird dann ausgedruckt und der Vertrag wird unterschrieben per Post an den neuen DSL Anbieter geschickt. Wichtig ist, dass auch der Antrag zur Kündigung des bestehenden Vertrages unterschrieben und dem neuen Anbieter zugeschickt wird.

DSL Wechselfortschritt online einsehbar

Häufig bekommt man schon direkt nach der Online-Buchung des neuen Tarifes ein Kundenkonto beim neuen Anbieter. In diesem Login-Bereich kann man sich über den Status des Wechselauftrages informieren, so beispielsweise auch darüber, ob mit der Kündigung alles geklappt hat und wann der neue Anschluss geschaltet wird.

Wenn alles problemlos abläuft, wird der neue DSL Anschluss noch an dem Tag geschaltet, an dem der alte Anschluss abgeschaltet wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man am Tag der Umschaltung bis zu mehrere Stunden lang offline und telefonisch unerreichbar ist. Die Gründe dafür sind technischer Natur und beide Anbieter, die an dem Wechsel beteiligt sind bemühen sich, diese Zeit so kurz wie möglich zu halten.

Die Kündigung dem neuen Anbieter zu überlassen hat noch einen weiteren Vorteil. Wie bereits erwähnt kann immer ein unerwartetes Problem auftreten, welches die Schaltung des neuen DSL Anschlusses verzögert. Da es sich kein Anbieter mit einem Neukunden verscherzen möchte, wird in der Regel eine kulante Zwischenlösung gefunden. So eine Lösung kann zum Beispiel die schnelle Zusendung eines LTE-Sticks und einer Sim-Karte mit mobilen Internet- und Telefonieflatrates sein, die der Neukunde so lange kostenfrei nutzen kann, bis das Anschlussproblem behoben ist.

Doppelter Boden: Wechsel von DSL zu Kabel oder LTE

Auf der ganz sicheren Seite ist man beim Wechsel der Technologie.

Beim Wechsel von DSL zu Kabel oder Internet über LTE sind Probleme bei der Umschaltung des Anschlusses quasi ausgeschlossen, da unterschiedliche Leitungen verwendet werden. LTE, Kabel-Internet und DSL können auch Anbieterunabhängig gleichzeitig genutzt werden.

Viele Anbieter, besonders Anbieter von schnellen Kabel-Anschlüssen, nutzen diesen Fakt, um neue Kunden zu gewinnen. Derzeit gibt es diverse Angebote für schnelles Breitbandinternet via Kabel, bei denen die Anbieter den Internetanschluss besonders günstig zur Verfügung stellen und Anbieterwechslern die Grundgebühr während der restlichen Vertragslaufzeit erstatten. Die Dauer der Erstattung reicht von wenigen Monaten bis zu einem Jahr.

Der Kunde bekommt innerhalb weniger Tage seinen neuen Breitbandanschluss zur Verfügung gestellt und der neue Anbieter kann die Kündigung des alten DSL Anschlusses übernehmen. Da das schnelle Kabel-Internet direkt nutzbar ist und keine doppelten Grundgebühren anfallen, hat dieses Vorgehen für den Kunden nur Vorteile.

Der einzige Nachteil ist, dass die Rufnummer in der Regel nicht sofort mitgenommen werden kann. Solange der DSL-Vertrag noch läuft, ist die Telefonnummer an diesen gebunden. Um unter der bekannten Telefonnummer erreichbar zu sein, muss das DSL-Modem weiter betrieben werden. Erst am Tag der Abschaltung des DSL Anschlusses ist man auch beim Telefonieren über den Kabelanschluss unter der alten Rufnummer erreichbar.