DSL Vergleich mit Hilfe von Stiftung Warentest
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Die Experten der Stiftung Warentest sind seit vielen Jahren ein wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber, wenn es um die Themen Finanzen, Technik und allgemein den Verbraucherschutz geht. Gerade wenn es um die Auswahl des richtigen Mobilfunkanbieters oder DSL-Providers geht, vertrauen viele Konsumenten auf die Empfehlungen, Warnungen sowie objektive Ratschläge zur erforderlichen DSL Geschwindigkeit für den Anschluss. Wir schauen uns aus diesem Grund ein wenig genauer die aktuelle Berichterstattung rund um die Stiftung Warentest an. Welche Tipps sprechen die Verbraucherschützer aus, vor welchen Fehlern warnen die Mitarbeiter in ihren Ratgebern? Dies sind zwei mögliche Fragen, auf die wir im Folgenden eingehen werden.

Stiftung Warentest gute Adresse beim DSL Vergleich

Die Lektüre der Informationen der Stiftung Warentest richtet sich in vielen Fällen zwar an Laien und Einsteiger, die sich erstmals mit der Suche nach einem guten und günstigen DSL-Tarif oder Geräten für den Empfang befassen. Dabei zeigt sich regelmäßig, dass auch erfahrene Leser durchaus einen Nutzen aus den Vergleichsangeboten der Experten ziehen können. Schon allein die Tatsache, dass sich Verbraucher so eine eigenständige mühsame Schritt-für-Schritt-Auswertung zahlreicher Tarife ersparen könne, spricht für Stiftung Warentest. Wichtig ist hierbei natürlich die gebotene Objektivität. Interessanterweise werden Sie in den Tests und Vergleichen zumindest von Zeit zu Zeit auf Angebote und Dienstleister stoßen, die Ihnen bis dato vielleicht kaum oder gar nicht geläufig waren. Muss es – beispielsweise im Rahmen eines Umzugs – besonders schnell gehen, weil Sie umgehend auf einen neuen DSL-Anschluss angewiesen sind, ist die Zeitersparnis ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Die Tests und Tipps zum Thema DSL von Stiftung Warentest sind generell praxisnah ausgerichtet. Sie sollen Verbrauchern einen tatsächlichen Mehrwert bieten und helfen, geeignete Produkte am Markt zu finden. Und natürlich sucht jeder Kunde den einen Testsieger.

→ Die erste wichtige Fragestellung lautet stets: Kennen Sie Ihren Bedarf?

So naheliegend diese Frage ist, so schwer tut sich mancher Verbraucher bei ihrer Beantwortung. Denn viele Kunden wissen gar nicht, worauf sie im DSL Vergleich im Einzelnen achten sollten.

1. Tarif-Treue führt zu unnötig hohen Kosten

Viele Konsumenten halten zum Beispiel aus reiner Bequemlichkeit an seit Jahren laufenden Verträgen der großen Provider wie der Telekom fest, obwohl der Tarif vielleicht längst weder technisch noch finanziell den eigentlichen Ansprüchen gerecht wird. Und so ist denn die Empfehlung zum regelmäßigen Tarifvergleich und zur generellen Wechselbereitschaft einer der wichtigsten Tipps der Stiftung Warenzeit. Wer nicht an einem bestimmten Angebot festhält, kann laufende Kosten durch einen Wechsel bares Geld sparen, ein höheres Internettempo erreichen und sich zudem immer wieder Endgeräte wie noch bessere Receiver oder Media Center für den Fernseh-Empfang sichern. Auch ein Neukundenbonus kann ein Anreiz für den DSL Wechsel sein.

Hier weisen Stiftung Warentest zu Recht darauf hin, dass Boni niemals das einzige Argument für den Vertragsabschluss sein sollten. Ein Wechselbonus ist nur dann ein sinnvolles Kriterium, wenn der DSL-Anschluss insgesamt zum Kunden passt und die monatlichen Beiträge dem Marktüblichen entsprechen. Andernfalls ist der Bonus im Ernstfall nicht viel mehr als ein kleiner Ausgleich zu hoher Anschlussgebühren. Teils ist der Bonus schon zu einem großen für die einmaligen Bereitstellungskosten aufgebraucht.

2. Welche Leistungen sollten mein Anschluss beinhalten?

Neben den DSL Tests zu den Tarifmodellen der DSL-Provider befassen sich die Profis der Stiftung Warentest natürlich ebenso mit anderen für Verbraucher relevanten Aspekten. Welche Extras und Sonderleistungen garantieren Anbieter zum DSL-Anschluss? Wie gut arbeitet der Kundendienst. Technische Probleme können immer wieder auftreten. Eben deshalb sollte ein verlässlicher und freundlicher Service einen hohen Stellenwert bei der Suche im Tarifdschungel haben. Ganz zu schweigen von der Stabilität des Netzes des Providers. Schließlich sind Anschlüsse nur dann hochwertig, wenn der Internetanschluss störungsfrei genutzt werden kann und die Geschwindigkeit beim Surfen und anderen Tarif-Bestandteilen (Telefonie und TV) jederzeit überzeugt. Informationen zum richtigen Router für Ihren Anschluss finden Sie über das Testportal ebenfalls, denn das Gesamtpaket muss stimmen, damit User optimale Leistungen der Technik abrufen können.

Regelmäßig widmen sich die Spezialisten der Stiftung Warentest der Frage, welche Anbieter zu den Besten am deutschen Markt gehören.

Stiftung Warentest testet auch DSL Zubehör

Wie empfehlenswert die Lektüre der Stiftung Warentest Vergleich und Testberichte ist, zeigte sich erst im Jahr 2017 einmal mehr eindrucksvoll. Im besagten Jahr hatten sich die Experten objektiv und ausgiebig mit der Qualität von DSL-Routern (sowie Modellen mit Eignung für den heimischen oder betrieblichen Kabelanschluss) beschäftigt. Dabei wurde fast ein Dutzend Geräte im Härtetest unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war für die meisten Herstellers wenigstens ernüchternd, schlimmstenfalls aber dramatisch. Gleich eine ganze Reihe der Router, die DSL Provider Neu- und Bestandskunden zur Verfügung stellen, erfüllt die Anforderungen der Tester nur teilweise oder gar nicht. Ärgerlich ist dies, weil der normale Internetzugang trotz des Booms im Bereich des mobilen Surfens per Tablet PC oder Smartphone weiterhin für die meisten Bürger die erste Wahl ist.

DSL Router fallen meisten bei Stiftung Warentest durch

Viele Technikfans raten Laien zur eigenständigen Router-Auswahl, nachdem Kunden inzwischen nicht mehr an die Geräte gebunden sind, die Provider zusammen mit neuen DSL-Tarifen anbieten. Nur zwei der Standardgeräte zum Tarif schnitten mit der Note gut ab. Bei den meisten Standardroutern von Telekom, O2 und Co. reichte es gerade Mal für ein Befriedigend. Grund genug für die Stiftung Warentest, Kunden zur bewussten Kaufentscheidung nach Studium aktueller unabhängiger Tests zu raten. Zumal die Testergebnisse der Router nicht zuletzt beim Thema Sicherheit (inkl. Kindersicherung) oft zu wünschen übrig ließ. Auch die Telefonie-Leistungen fielen nicht gerade überzeugend aus.

3. Jeder Tarifwechsel und -abschluss muss gut durchdacht sein

Kommen wir nun aber zurück zum eigentlichen Thema: den DSL Anbietern und ihren zahlreichen Tarifmodellen. In diesem Zusammenhang kommt die Stiftung Warentest schon seit Jahren vor allem zu einer für Kunden elementaren Erkenntnis:

Wer wechselt, muss ganz genau hinsehen und alle Konditionen kennen!

Früher, als sich nur wenige Provider für DSL-Tarife am deutschen Markt tummelten, ließen sich die Dienstleister immer wieder interessante Sonderaktionen einfallen, um Neukunden zu generieren. Diese Zeiten aber sind weitgehend vorüber, wenn man den Ergebnissen der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2015 und späteren Jahren glaubt. Denn auch wenn die Anbieter durchaus spannende Neukundenaktionen entwickeln: Vielfach ist der Tarif- und Anbieterwechsel mit versteckten Nebenkosten verbunden, die unerfahrene Vertragskunden leider nur allzu oft übersehen. Wer vorschnell einen Vertrag abschließt und die Klauseln zu Extragebühren erst nach Ablauf des gesetzlich vorgeschriebenen Widerrufsrechts erkennt, hat das Nachsehen und muss im Ernstfall langfristig für diesen Fehler zahlen.

4. Wie steht es um mein eigenes Verhalten bei der DSL-Nutzung?

Wichtig für die Tarifauswahl ist wie erwähnt das Wissen um das eigene Nutzungsverhalten. Die Verbraucherschützer haben diesbezüglich schon vor längerem im Grunde nur drei verschiedene Typen ausfindig gemacht:

  1. Anfänger
  2. Normal-Nutzer
  3. Vielnutzer (auch „Vielsurfer“)

Jeder DSL-Kunde lässt sich nach Auswertung des Verhaltens beim Surfen einer dieser Kategorien zuordnen, wenngleich sich über die Jahre recht fließende Grenzen entwickelt haben. Auch lassen sich bei Nutzern in vielen Fällen Zeiten erkennen, in denen besonders eifrig Gebrauch von Internet-Anschluss gemacht wird. Nichtsdestotrotz können Sie durch die Lektüre Ihrer Verbrauchswerte erkennen, welche Ausstattungsmerkmale für einen neuen Anschluss besonders wichtig ist. Dies gilt auch für den Bereich Telefonie als Bestandteil des DSL-Tarifs.

Eine Flatrate fürs Telefonieren ins Festnetz und die deutschen Mobilfunknetze wird zunehmend zur Basisleistung, Auslands-Flatrates können Kunden zumindest günstig hinzu buchen. Vor versteckten Klauseln warnen die Warentester aber gerade bei den Inklusivleistungen in diesem Sektor.

Neue Tarifmodelle mit immer höheren Raten für Download und Upload

Tipps von Stiftung Warentest zu DSL
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Eine Erkenntnis der Typ-Analyse der Stiftung Warentest: Kunden, die nur wenig Zeit im Netz verbringen und vor allem auf normalen Webseiten surfen oder Mails abrufen, können sich mit einem Tarif mit einer Download-Geschwindigkeit von bis zu 10 Megabit pro Sekunde zufrieden geben. Faktisch sind 16 bis 32 Megabit inzwischen Standard. Die Basistarife reichen also für den gelegentlichen Gebrauch. Tarifkunden, die regelmäßig Video-Portale im Internet aufsuchen oder Kunden von Netflix, Maxdome und anderen von Streaming-Diensten sollten unbedingt eher schnelle Tarife beantragen. (siehe unseren Beitrag „Welche DSL Geschwindigkeit ist ausreichend?)

Zunehmend sind bei Neuverträgen bei Telekom und Co. ohnehin bereits 50 bis 100 Megabit gängige Praxis, sodass die neuen Tarife im Grunde nach dem System „einer für alle Typen“ funktionieren. Zudem offerieren Provider mittlerweile flächendeckend Flatrates. So müssen Kunden nicht ständig den bisherigen Verbrauch für den Abrechnungsmonat kontrollieren, um Mehrkosten zu vermeiden.

5. Hohe Netzauslastung kann Zugangsgeschwindigkeiten erheblich reduzieren

Allerdings warnen die Experten der Stiftung Warentest davor, die Maximalwerte als tatsächliche Nutzungs-Geschwindigkeiten zu erwarten. Viele Aspekte wirken sich auf die Geschwindigkeit für Up- und Download aus. Einfluss auf die wirklichen Werte hat neben den verwendeten Endgeräten wie Routern insbesondere das derzeitige Aufkommen auf der digitalen Autobahn. Auch wenn es eigentlich nicht der Fall sein sollte: Zu Sturm- und Drangzeiten im Internet fallen die maximalen Geschwindigkeiten beim Surfen durchaus geringer als in den Nebenzeiten aus, wie den Testern ebenfalls immer wieder aufgefallen ist. Eine Garantie für „Surf-Highspeed“ sprechen Anbieter meist abseits der Mindestgeschwindigkeiten nicht aus, wie die Stiftung Warentest in DSL-Tests heraus fand. Wie schnell Sie surfen, hängt entscheidend von der Netzauslastung ab, selbst wenn Sie eine deutlich bessere Bandbreite bestellt haben.

Langer Vorlauf vor der Freischaltung grundsätzlich problematisch

Rund um den Neuanschluss für DSL zum Surfen und Telefonieren kritisierten die Warentester insbesondere, dass Neukunden nach dem Vertragsabschluss oftmals ziemlich lange auf den Anschluss warten mussten. Auch Wechselkunden müssen sich bis heute häufig in Geduld üben. Ärgerlich ist dies nicht nur beim privaten Gebrauch. Vor allem im Zusammenhang mit einem DSL-Anschluss, der auch gewerblich genutzt wird, können die Verzögerungen folgenschwer sein. Umsatzausfälle sind der Ernstfall. Vereinzelt ergaben Tests von mehreren Monaten Wartezeit, bevor endlich ein Techniker die nötigen Maßnahmen für die Anschlussfreigabe vor Ort erledigt.

Das Dilemma aus Kundensicht: Selbst wenn Sie kein Telekom-Kunde werden, so ist der größte deutsche DSL Provider trotzdem nahezu immer involviert. Denn die sogenannte „Letzte Meile“ als Strecke zwischen den Leistungskästen und dem Hausanschluss gehört nach wie vor zumeist der Telekom. Ohne sie klappt die Freischaltung also nicht. Ob privat oder gewerblich: Die große Mehrheit aller Kunden möchte ihren neuen Tarif so schnell wie möglich verwenden und nicht monatelang auf Kundendienst-Mitarbeiter warten müssen

→ Informieren Sie sich vorab, wie schnell Anschlüsse freigeschaltet werden!

Seriöse Provider – ob großer überregionaler oder kleinerer regional Dienstleister – treffen verlässliche Aussagen zur Terminierung. So können Kunden nicht nur den Erstanschluss gezielt plant, sondern im Zuge eines Tarif- oder Anbieterwechsels genau den zeitlichen Übergang planen. Wichtig sind nach Informationen der Stiftung Warentest gleichermaßen die Kündigungsfristen und Laufzeiten. Letztere bewegen sich bei aktuellen Tarifen zwischen nur einem Monat und 24 Monaten. Lange Laufzeiten sind gerade bei DSL-Anschlüssen mit Flatrates fürs Surfen und Telefonieren üblich. Dafür aber winken Prämien wie ein kostenloses Media-Center für optimalen TV-Genuss, kostenlose Abos bei Streaming-Partnern und Gutscheine für den Einkauf bei Handelspartnern.

Um nicht in die Kostenfalle zu tappen, raten die Verbraucherschützer in besonderer Weise bei Sonderaktionen zum bewussten Studium der vertraglichen Details. Ein wichtige Fragen sind die folgenden:

  • Wie lange garantiert der Provider den anfänglichen Rabatt?
  • Wie hoch fallen die Anschlussgebühren aus?
  • Welche Grundgebühr und Nebenkosten entstehen nach der Phase der reduzierten Gebühr?

Zum Teil haben die DSL Tests gezeigt, dass die zeitweiligen Rabatte vom Provider später durch deutlich höhere Entgelte wieder ausgeglichen werden. Solche zeitlich verzögerten Preiserhöhungen sollten generell ausgeschlossen werden. Wer flexibel bleiben möchte, entscheidet sich für DSL-Tarife von Telekom-Konkurrenten wie 1&1 oder Congstar, denn dort sind auch Verträge mit monatlicher Kündigungsoption erhältlich. Fraglos müssen die Konditionen auch an dieser Stelle zu Ihrem Bedarf passen, wie Stiftung Warentest hervorhebt.

6. Legen Sie Wert auf einen guten Kundendienst – nicht nur bei Problemen

Sie sind der Meinung, ein echtes Schnäppchen gefunden zu haben und möchten den besagten DSL Tarif nun schnellstmöglich buchen? Unter Umständen müssen Sie dann auf einen eher schlechten Kundendienst vorbereitet sein, wie Tests mehrfach gezeigt haben. Langes Warten in der Hotline und wenig hilfreiche Aussagen der Service-Mitarbeiter waren häufig das Ergebnis, wobei es immer auch Ausnahmen gab und geben wird. Kann ich meinen Provider nur per Mail erreichen, ist dies bei technischen Problemen ein durchaus gravierendes Problem. Live-Chat-Angebote und kostenlose Hotlines sind ideal, um Schwierigkeiten zeitnah aus der Welt zu schaffen. Besonders Laien ohne Vorkenntnisse und technisches Know-how sollten den Empfehlungen der Stiftung Warentest zufolge Wert auf einen nachweislich guten Kundenservice legen.

Ganz gleich, wie reizvoll DSL-Angebote in der Werbung klingen:

Die Stiftung Warentest warnt vor allzu zu voreiligen Entscheidungen. Altverträge müssen fristgerecht und rechtzeitig gekündigt werden. Denn andernfalls verlängert sich die Laufzeit um bis zu zwei Jahre. Dem neuen Provider ist dies egal, er wird ebenfalls die vereinbarten Gebühren berechnen. So zahlen Kunden im Ernstfall für zwei DSL-Tarife, allein wegen eines unüberlegten und vorschnellen Vertragsabschlusses. Achten Sie also unbedingt darauf, dass Angebote in allen Punkten von der Grundgebühr und Laufzeit über die Geschwindigkeit des Anschlusses bis zu anfänglichen Sonderkonditionen zum eigenen Nutzungsverhalten passen. Mit der Hilfe der Verbraucherschützer können Kunden gute Vertragsentscheidungen treffen. Zudem erfahren Sie alles zu den schwarzen Schafen und Top-Anbietern der Branche.

Mehr zum Thema direkt bei Stifung Warentest: https://www.test.de/Telefonieren-Surfen-Fernsehen-Triple-Play-31-Tarife-im-Kostencheck-5157757-0/

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